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Schlafstörung
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News: Neues aus der Forschung

Handystrahlung verursacht Schlafstörungen

(Clinlife 5.5.2008)

Dies ist nicht die erste Studie, wo dies erkannt wurde, aber nun wurde in einer Studie vom Mobile Manufacturers Forum, dass die Verwendung von Mobiltelefonen vor dem Schlafengehen die Qualität des Schlafs reduziert. Ausserdem kann es Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen sowie Depressionen hervorrufen. Man vermutet, dass die Strahlung das Stresssystem des Gehirns aktiviert, was zu Schlafproblemen führt.

Quelle: Pressetext Schweiz, 21.1.2008

Klassische Musik entspannt

(Clinlife 5.5.2008)

Musik kann erfolgreich bei Schlafstörungen, aber auch bei Herz-Kreislaufproblemen, Stress, Schmerzen oder anderen gesundheitlichen Beeinträchtigungen eingesetzt werden. Bestimmte Rhythmen der Musik haben die Kraft, körpereigene Regelkreisläufe anzustossen, zu reharmonisieren und zu beruhigen. Die Divox AG empfiehlt täglich zwischen zwei Tätigkeiten eine Musikpause einzulegen.

Quelle: Pressetext Schweiz, 18.12.2007

Vier organische Modelle zur Erklärung der Schlaflosigkeit

(Clinlife, 12.4.08)

Obwohl die Schlaflosigkeit ein weit verbreitetes Leiden ist, ist wenig über ihre physiologischen Ursachen bekannt. Eine aktuelle Überblicksstudie von G.S.Richardson vom Schlaflabor des Henry Ford Hospital in Detroit, USA, welche im vergangenen Dezember in der Fachzeitschrift Sleep Medicine veröffentlicht wurde, fasst die gängigen Erklärungsmodelle zusammen. Bislang überwiegen psychologische Modelle der Schlaflosigkeit; das sind schlüssige, aber unbewiesene Erklärungen von Psychologen, welche die organischen Zusammenhänge hintanstellen und sich auf Umwelteinflüsse und biographische Zusammenhänge als Ursachen konzentrieren. Andererseits gibt es wachsende Erkenntnisse über die Physiologie des Schlafes, so dass die pathophysiologischen Mechanismen des Schlafes bekannt sind, nicht aber die Zusammenhänge ihrer Entstehung und Auslösung. Die physiologischen Modelle behandeln die primäre Schlaflosigkeit, welche nicht im Zusammenhang mit einem bekannten Leiden oder einer bekannten Ursache steht. Vier Regulationsbereiche des Schlafes kommen laut dieser Studie in Betracht: 1) Störungen des Schlafgleichgewichts; 2) Störungen der biologischen Uhr; 3) Störungen der inneren Systeme, die den Schlaf regulieren oder 4) Störungen (Hyperaktivität) der äusseren Systeme, welche die normale Schlaf-Wach-Rhythmik überlagern.

Quelle: Eine englischsprachige Zusammenfassung finden Sie auf PubMed.

Ein neues kognitives Modell der Schlaflosigkeit

(Clinlife, 12.4.08)

Kognitive Modelle sind für die Erforschung der Schlaflosigkeit von wachsender diagnostischer und therapeutischer Bedeutung. "Kognitiv" meint die Wahrnehmung und die Beurteilung des Wahrgenommenen, hier: Wahrnehmung und Bewertung der Schlafqualität. Darüber berichtet ein aktueller Artikel in der Fachzeitschrift Sleep Medicine von C.A. Espie vom Schlaflabor der Universität Glasgow, Grossbritannien. Viele Patienten berichteten über mentale Ereignisse wie Grübeln oder unkontrollierbar rasende Gedankenfolgen, welche ihren Schlaf verhindern oder unterbrechen würden. Solche Wahrnehmungsstörungen könnten die Schlaflosigkeit fortsetzen, denn viele Patienten berichteten über eine gestörte Wahrnehumg des Schlafes selbst.

Nicht nur die Menge und Qualität des Schlafes also, sondern auch dessen subjektive Bewertung durch den Patienten seien entscheidende klinische Parameter der Schlafstörung. Neurokognitive Studien hätten gezeigt, dass hochfrequente EEG-Aktivität verbunden mit kognitiven Prozessen das Einschlafen behinderten, was sich in der Beurteilung des Schlafes durch den Patienten niederschlage. Deshalb wird ein Subtyp der psycholophysiologischen Schlaflosigkeit postuliert: attention-intention-effort (AIE) syndrome. Dieser Subtyp zieht die Interaktion von Verhaltensfaktoren und Wahrnehmung in Betracht. Eine Reihe von Studien des Glasgower Schlaflabors habe die Schlüssigkeit dieses Models belegt. Weitere Studien sollen die Hirnareale definieren, welche für die Aufmerksamkeitsstörungen bei ATE verantwortlich sind.

Quelle: Eine englischsprachige Zusammenfassung finden Sie auf PubMed.

Schlafstörungen bei psychisch Kranken

(Clinlife, 12.4.08)

Schlafstörungen sind ein häufiges Leiden psychisch Kranker. Sclaflosigkeit kann aber auch ein Frühzeichen oder ein Risikofaktor für psychische Erkrankungen sein. Dies berichtet Dr.Dieter Riemann von der Universität Freiburg in einer aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Sleep medicine. Studien hätten gezeigt, dass Depressive unter häufigen Schlafunterbrechungen leiden und im EEG reduzierte slow-wave-Phasen und einen verkürzten REM-Schlaf ausweisen (auf unserer homepage können Sie unter "Schlafstörungen" genaueres über die Schlafphasen und deren Aufzeichnung im EEG nachlesen). Besonders der REM-Schlaf sei bei ihnen gestört: REM-Phasen sind kürzer und häufiger als bei Gesunden. Man diskutiert als Ursache eine gestörte Balance zwischen aktivierenden cholinergen und hemmenden aminergen Transmittersystemen im Gehirn. Patienten mit einer schweren Depression reagieren empfindlicher auf diagnostisch verabreichte cholinerge Stimulanzien als Gesunde, und auch Gesunde mit erhöhtem Risiko für die Erkrankung an einer Depression reagierten sensibler als der Durchschnitt auf cholinerge Stimulanzien. Dies und auch statistische Daten legen die Annahme nahe, dass Schlafstörungen bei Gesunden als ein unabhängiger Risikofaktor für eine Depression angesehen werden könnten.

Quelle: eine englischsprachige Zusammenfassung finden sie auf PubMed.

Schlafstörungen bei neurodegenerativen Erkrankungen

(Clinlife, 12.4.08)

Bei neurodegenerativen Erkranungen wie der Parkinson-Krankheit oder der Alzheimer-Demenz ist Schlaflosigkeit ein häufiges Folgeleiden. Dies kann direkt mit den neurologischen Prozessen zusammenhängen oder durch Krankheitsfolgen ausgelöst werden, etwa durch Schmerzen oder eine sekundäre Depression. Die Schlaflosigkeit wiederum kann sich auf Geist und Psyche des Patienten auswirken und schlimmstenfalls die depressive Symptomatik auslösen oder verschlimmern. Auch die Lebensqualität des Patienten und seiner Angehörigen leide darunter - häufig werde letzteres als ein wichtiger Grund für die Einweisung des Patienten in ein Pflegeheim angegeben. Schlaflosigkeit eines Pflegebedürftigen führt somit auch zur Schlaflosigkeit der pflegenden Angehörigen.

Deshalb sollte das Management der Schlafstörungen bei Patienten mit neurodegenerativen Erkrankungen an dessen Situation angepasst werden. Dies berichtet Y. Dauvilliers vom neurologischen Institut der Universität Montpellier, Fankreich, in einem aktuellen Artikel der Fachzeitschrift Sleep Medicine im Dezember vergangenen Jahres. Die Art und Ausprägung der Schlagflosigkeit sollte sorgfältig bei Patienten mit neurodegenertiven Erkrankungen erfasst werden. Neben der medikamentösen Therapie sollten nichtmedikamentöse Behandlungsformen, z.B. Verhaltenstrainig, zum Einsatz kommen, oder auch eine Lichttherapie zur Regulation des Tag-Nacht-Rhythmus und gegen depressive Symptome.

Quelle: Eine englischsprachige Zusammenfassung finden Sie hier: PubMed.

Blutzucker erhöht wegen Schlafstörung

(Clinlife, 7.2.2008)

Ein gesunder Tiefschlaf ist wichtig für die Regulation des Blutzuckers. Dies berichtet eine aktuelle Studie der Universität Chikago. Neun junge Probanden wurde drei Nächte lang der Tiefschlaf durch gezielte Wecksignale gestört und anschliessend wurde die Insulinempfindlichkeit gemessen. Es zeigte sich, dass die Probanden um 25% weniger empfindlich für das körpereigene Insulin waren; der Blutzuckerspiegel stieg um 23% an. Die Forscher vermuten, dass Übergewichtige und Ältere, die an Schlafstörungen leiden, durch verminderte Tiefschlafphasen zu Blutzuckerstörungen und Diabetes Typ 2 neigten.

eine englische Zusammenfassung des Originalartikels finden Sie hier: Proceedings of the National Academy of the United States of America, 2.1.2008.

Raucher schlafen schlechter

(Clinlife, 7.2.2008)

Wer Zigaretten raucht, schläft schlechter als Nichtraucher. Dies berichten Wissenschaftler der John Hopkins University in der Fachzeitschrift Chest. Bei 40 Rauchern und 40 Nichtrauchern wurde im Schlaflabor mit dem EEG die Schlafqualität gemessen. Wie Forschungsleiter Naresh Punjabi berichtet, waren die für die Erholung wichtigen Tiefschlafphasen der Raucher messbar verkürzt.

eine englische Zusammenfassung des Originalartikels finden Sie hier: Chest, 9.10.2007.

Schnarcher haben ein höheres Depressions-Risiko

(Clinlife, 7.2.2008)

Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen dem Risiko, an einer Depression zu erkranken, und einer gestörten Atmung im Schlaf. Dies berichten Wissenschaftler der Universität Wisconsin-Madison in der Fachzeitschrift Archives of Internal Medicine (Bd. 166, S. 1709-1715, 2006). Die Wissenschaftler untersuchten 1.400 Frauen und Männer zwischen 30 und 60 Jahren über 12 Jahre durch Schlaflabor-Untersuchungen und psychologische Befragungen. Ergebnis: bei Probanden mit Atemstörungen im Schlaf waren depressive Beschwerden 2,6fach erhöht. Besonders deutlich war der Zusammenhang von Atemstörung im Schlaf und Depressionsrisiko bei Frauen.

Medical Tribune, 29.11.07

Entzündungen durch Schlafmangel

(Clinlife, 8.2.2008)

Wer zu wenig oder zu schlecht schläft, leidet häufiger an entzündlichen Krankheiten. Dies berichtet eine in den Nutrition Reviews veröffentlichte aktuelle Übersichtsstudie der University of Pennsylvania School of Medicine, Philadelphia. Demnach sind bestimmte Entzündungsmarker bei Probanden mit Schlafmangel oder Schlafstörungen im Blut erhöht. Die organischen Zusammenhänge dieses Befundes sind noch nicht verstanden. Die Forscher vermuten jedoch, dass durch eine verbesserte Schlafqualität entzündliche Erkrankungen vermieden und gelindert werden könnten.

eine englischen Zusammenfassung der Studie finden Sie hier: Nutrition Review 2007 Dec;65(12 Pt 2):S244-52.

Impotenz durch Schlafstörungen?

(Clinlife, 8.2.2008)

Schlafstörungen und Erektionsstörungen (erektile Dysfunktion) können ursächlich zusammenhängen. Dies berichtet eine aktuelle Übersichtsstudie einer US-amerikanischen Forschergruppe in einer Fachzeitschrift für Urologie. Eine Übersicht der Fachliteratur der Jahre 1985-2006 habe ergeben, dass sehr häufig beide Beschwerden zusammen auftreten. Als Ursache kommen hormonelle, neurologische oder psychologische Störungen in Frage; entsprechende Forschungen stehen jedoch noch aus. Patienten mit erektilen Dysfunktionen sollten von ihrem Facharzt auf Schlafstörungen hin befragt und gegebenenfalls untersucht werden.

eine englischen Zusammenfassung der Studie finden Sie hier: Journal of Urology, 24.1.2008.

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