Home
Neurodermitis
Deutsch | Français

Neurodermitis

Was ist eine Neurodermitis?

Die Neurodermitis, oft atopisches Ekzem oder atopische Dermatitis genannt, ist eine Erkrankung der Haut. Die Erstmanifestation liegt in den meisten Fällen im Kindesalter. Die erste Auffälligkeit ist oft der sog. Milchschorf ab dem 3. Lebensmonat. Später bilden sich die charakteristischen Symptome, wie schuppige, trockene und gerötete Stellen der Haut - insbesondere im Gesicht, auf der Kopfhaut, sowie in Knie- und Ellenbeuge, später auch auf Hand- und Fußrücken. Dabei können die Hautveränderungen von Mensch zu Mensch stark unterschiedlich sein. Für den Arzt ist die Diagnosestellung meistens problemlos möglich. Schwieriger ist es dagegen, Begleiterkrankungen zu entdecken. In vielen Fällen bilden sich die Symptome bis zur Pubertät wieder zurück.

Die atopische Dermatitis gehört zu den häufigsten Hauterkrankungen überhaupt. Insgesamt leiden in Mitteleuropa zwischen 2 und 10 % der Bevölkerung unterschiedlich stark an dieser chronischen Hautentzündung. Kinder sind dabei überdurchschnittlich häufig betroffen: Bis zu 12 % der Vorschulkinder sind an atopischer Dermatitis erkrankt. Insgesamt geht man von rund 3 Millionen Betroffenen in Mitteleuropa aus.

Hauptsymptome sind rote, schuppende, manchmal auch nässende Ekzeme auf der Haut und ein starker Juckreiz. Das durch den Juckreiz bedingte Kratzen kann die Neurodermitis verstärken. Die Erkrankung verläuft schubweise und ist nicht ansteckend.

Die Entstehung der Krankheit

Das atopische Ekzem ist eine im Erbgut angelegte allergische Erkrankung. Ist ein Elternteil betroffen, so liegt das Erkrankungsrisiko des Kindes bei mehr als 30%. Allerdings sind Ausbruch und Verlauf der Krankheit maßgeblich von äußeren Faktoren beeinflusst. Nicht jeder, der die Anlage der Neurodermitis in seinem Erbgut trägt, muss auch wirklich erkranken.

Die genauen Ursachen der Neurodermitis liegen noch im Unklaren. Man geht davon aus, dass bei den Betroffenen eine Fehlregulation des Immunsystems vorliegt. Dabei sind körpereigene Abwehrzellen an der Zerstörung von Hautzellen beteiligt. Zudem wird in der Haut von Neurodermitis-Erkrankten zu wenig des speziellen hauteigenen Fettes bereitgestellt. Insgesamt begünstigen diese Faktoren die zentralen Mechanismen der allergischen Überreaktion. In dieser richtet sich die körpereigene Abwehr nicht mehr nur ausschließlich gegen gefährliche Krankheitserreger wie Bakterien oder Viren, sondern auch gegen eigentlich harmlose Stoffe. In der Folge kommt es beim Kontakt mit diesen Stoffen zu einer Überreaktion des Immunsystems, bei der in der Haut viele Botenstoffe der Abwehr ausgeschüttet werden. Zu diesen Botenstoffen zählt auch das sog. Histamin. Dieses wird von den Mastzellen, einer bestimmten Art von Abwehrzellen, die in großer Anzahl in der Haut vorkommen, gebildet. Das Resultat ist eine überschießende Entzündungsreaktion, die auf der Haut die beschriebenen Symptome hervorruft.

Die verschiedenen Auslöser

Es gibt viele Faktoren, die zum Ausbruch der Krankheit führen können. Einige sind im Folgenden aufgelistet.

Nahrungsmittel:

Oft werden die Beschwerden durch bestimmte Nahrungsmittel ausgelöst. Häufige Auslöser sind z.B. Tomaten, Süßigkeiten und Cola, scharfe Gewürze, Muscheln, Alkohol oder Nikotin. Auch Geschmacksverstärker und andere Nahrungsmittelzusätze sind manchmal Auslöser für einen Neurodermitis Schub.

Kinder, die an Neurodermitis erkrankt sind, sollten im ersten Lebensjahr so lange wie möglich gestillt werden. Auch von Kuhmilch, Nüssen, Eiern oder Fisch ist abzuraten.

Hautreizende Stoffe:

Viele Seifen, Waschpulver, Chemikalien und Reinigungsmittel können die Haut reizen und zum Auftreten bzw. einer Verschlechterung der Beschwerden führen. Auch grobe Wollpullover sind für Personen mit Neurodermitis nicht geeignet.

Stress:

Es ist belegt, dass psychische Faktoren wie Stress Einfluss auf das Einsetzen eines neuen Schubes und auf den Verlauf der Erkrankung haben.

Andere Faktoren:

Tierhaare, Blütenpollen oder Hausstaubmilben können zu einem Neurodermitis Schub beitragen.


Geben Sie Ihre
Postleitzahl ein: