Migräne Studien
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Migräne News: Neues aus der Forschung

Hemmstoffe von NO-Synthasen

NO-Synthasen (NOS) katalysieren die Umsetzung der Aminosäure L-Arginin zu Stickstoffmonoxid (NO) und L-Citrullin. Aufgrund der Beteiligung einer Überproduktion von Stickstoffmonoxid in zahlreichen pathophysiologischen Prozessen (z. B. Alzheimerkrankheit, Diabetes mellitus, der Parkinsonkrankheit, multipler Sklerose, rheumatoider Arthritis, dem septischen Schock, Asthma bronchiale, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, Migräne) wird die Entwicklung von Hemmstoffen der NO-Synthasen als viel versprechende Strategie angesehen. Die erfindungsgemässen Substanzen stellen hochwirksame niedermolekulare Hemmstoffe von NO-Synthasen dar. Sie sind leicht und kostengünstig über Standardmethoden und in hoher Reinheit zu synthetisieren.

Quelle: http://www.innovations-report.de/html/berichte/technologieangebote/bericht-100951.html Vollständiger Text: http://www.technologieallianz.de/webtemp/NO-Synthasehemmer-6d3226623.pdf

Zusammenhang zwischen Migräne und Endometriose

Frauen mit Endometriose leiden doppelt so oft an Migräne ergab eine Studie der Universität Genua. Endometriose ist eine gutartige, aber schmerzhafte chronische Wucherung von Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) ausserhalb der Gebärmutter. Dies kann zu schmerzhaften Blutungen, Entzündungen und Unfruchtbarkeit führen. Man erhofft sich durch diese Studie den Entstehungsmechanismus der Migräne zu verstehen und vermutet, dass Östrogene an der Entwicklung beider Krankheiten beteiligt sind. Es wurden 133 Frauen mit Endometriose und 166 Kontrollpersonen mit verschiedenen Arten von Kopfschmerz untersucht. Von den Frauen mit Endometriose litten 38 Prozent und von der Kontrollgruppe 15 Prozent an Migräne.

Quelle: http://www.pressetext.ch/pte.mc?pte=041028037

Migräne verändert das Gehirn von Betroffenen

Kortex verdickt sich um bis zu 21 Prozent

Wissenschaftler des Massachusetts General Hospital haben Unterschiede in den sensorischen Bereichen des Gehirns von Menschen, die an Migräne leiden, entdeckt. Es zeigte sich, dass ein Teil des Kortex dicker ist. Derzeit ist nicht geklärt, ob der Unterschied ein Auslöser oder eine Folge der Migräneanfälle ist. Die in Neurology veröffentlichte Studie geht davon aus, dass diese Veränderungen Patienten generell sehr schmerzempfindlich machen.

Das Team des spitaleigenen Martinos Center for Biomedical Imaging verglich 24 Migräne-Patienten mit zwölf gesunden Teilnehmern. Der somatosensorische Kortex war bei den Migräne-Teilnehmern bis zu 21 Prozent dicker. Die leitende Wissenschaftlerin Nouchine Hadjikhani erläuterte, dass wiederholte Migräneanfälle zu diesen Veränderungen führen oder aber auch durch sie ausgelöst werden können. "Die meisten Teilnehmer litten seit ihrer Kindheit an Migräne. Eine übermässige Stimulation dieses sensorischen Bereiches könnte daher die Ursache für die Veränderung des Kortex sein." Diese Forschungsergebnisse wiesen darauf hin, dass die sensorischen Mechanismen des Gehirns eine wichtige Rolle bei Migräne spielen. Damit könnte auch erklärt sein, warum Migräne-Patienten häufig auch an anderen schmerhaften Erkrankungen im Rücken und im Kiefer leiden. Dazu kommen immer wieder auch sensorische Probleme wie bei der Allodynie. Bei dieser Krankheit führt bereits ein leichter Luftzug zu Schmerzen.

Hadjikhani betonte, dass grosse Anstrengungen unternommen würden, die Migräne-Symptome zu behandeln. Sollte ein Anfall bereits im Vorfeld verhindert werden können, wäre es auch möglich, diese Veränderungen des Gehirns nicht stattfinden zu lassen. Frühere Studien haben laut BBC gezeigt, dass der Kortex bei neurologischen Erkrankungen wie Multipler Sklerose oder Alzheimer dünner wird. Teile des Kortex verdicken sich auch bei intensivem motorischem Training oder beim Lernen.

Michaela Monschein | Quelle: pressetext.austria http://www.innovations-report.de/html/berichte/studien/bericht-96512.html Weitere Informationen: www.massgeneral.org www.neurology.org www.nmr.mgh.harvard.edu

Hormontherapie bei menstrueller Migräne nicht wirksam

(ClinLife, 28.06.2007)

Eine kurzzeitige Östrogenbehandlung vor und während der Menstruation kann Frauen mit einer menstruell bedingten Migräne zwar vor Migräneattacken an den "kritischen Tagen" schützen, doch der Kopfschmerz holt die Frauen hinterher wieder ein. Die Attacken werden nur verschoben, nicht verhindert. Zu diesem Ergebnis kommt eine britische Studie, über die in den "Kopfschmerz-News", dem Mitgliederorgan der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG), berichtet wird.

Etwa jede zehnte Migränepatientin leidet ausschliesslich in den Tagen kurz vor und während der Periode an Migräneattacken. Diese sind in vielen Fällen stärker als "normale" Anfälle und halten oft auch länger an. Auslöser ist der sinkende Östrogenspiegel. Darum lautete bislang eine gängige Empfehlung, mit östrogenhaltigen Pflastern oder Hautgels den Hormonrückgang auszugleichen.

Ob diese Strategie wirklich sinnvoll ist, haben Londoner Ärzte unter der Leitung von Dr. Anne MacGregor an der Londoner Migräneklinik im Rahmen einer Studie mit 38 Patientinnen mit menstrueller Migräne überprüft. Die Frauen mussten zunächst drei Monate lang jeden Morgen eine Urinprobe zur Bestimmung von vier zyklussteuernden Hormonen abgeben und ein Kopfschmerztagebuch führen. So konnten die Wissenschaftler belegen, dass, wie erwartet, fallende Östrogenspiegel bei den betroffenen Frauen einen Anfall auslösen können.

Danach teilte Mac Gregor die Patientinnen in zwei Gruppen auf. Die eine Gruppe trug vom 6. Tag vor der Periode bis zum zweiten Tag nach deren Einsetzen ein Hautgel auf, das 1,5 Milligramm Östradiol enthielt. Die andere Gruppe bekam ein Placebo-Gel ohne Wirkstoff. Alle Frauen nahmen nacheinander an beiden Gruppen (Hormon- und Placebobehandlung) teil. Sie wussten aber nicht, in welcher Gruppe sie sich jeweils befanden.

Während der Hormonbehandlung sanken die Migränetage um 22 Prozent. Die Attacken waren weniger intensiv und seltener mit Übelkeit verbunden. Dafür stiegen sie jedoch nach der Behandlung umso deutlicher an: die Kopfschmerztagebücher dokumentierten einen 40prozentigen Anstieg. Damit ist klar, dass "diese Therapie definitiv nicht wirksam ist", erklären die Spezialisten der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft. "Der therapeutische Effekt der Behandlung wird vollständig aufgehoben durch die Tatsache, dass dann nach der Periode vermehrt Migräneattacken auftreten."

Darum empfehlen die Kopfschmerz-Experten betroffenen Frauen eine Akutbehandlung mit Migränemitteln, den Triptanen.

http://www.innovations-report.de/html/berichte/medizin_gesundheit/bericht-86597.html Quelle: MacGregor EA, Frith A, Ellis J, Aspinall L, Hackshaw A.: Incidence of migraine relative to menstrual cycle phases of rising and falling estrogen. Neurology 2006;67(12):2154-8.
MacGregor EA, Frith A, Ellis J, Aspinall L, Hackshaw A.: Prevention of menstrual attacks of migraine. A double-blind placebo-controlled crossover study. Neurology 2006;67:2159-2163

Warum Frauen öfter Migräne haben als Männer

Bis jetzt vermutete man, dass das häufigere Auftreten von Migräne bei Frauen auf Hormonen, Genen oder der Durchblutung beruht. Nun hat eine Studie der University of California, USA an Mäusen herausgefunden, dass das Gehirn von Frauen leichter erregbar ist. Bei den weiblichen Mäusen breiteten sich bestimmte Wellen von Nervenaktivität schneller aus als bei den männlichen. Dieses Phänomen nennt sich kortikal ausbreitende Depression. Ähnliche Aktivitätsmuster im menschlichen Gehirn können Migräne auslösen. Allerdings üben auch körperliche und äusserliche Faktoren wie Stress, Ernährung und hormonelle Veränderungen einen Einfluss auf die Migräne.

Quelle: >http://www.medical-tribune.de/patienten/news/20894/

Migräne: Zu wenige Patienten nutzen die Möglichkeiten der Prophylaxe

(ClinLife, 12.6.2007)

Nur ein Bruchteil der Patienten, die von einer vorbeugenden Migränebehandlung profitieren könnten, nutzen diese Möglichkeit. Zu diesem Ergebnis kommt eine amerikanische Studie. "Auch in Deutschland beugen viel zu wenig Patienten den Attacken vor, kommentieren die Kopfschmerzexperten der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) in den "Kopfschmerz-News", dem Mitgliederorgan der Gesellschaft.

17 Prozent der Frauen und fünfeinhalb Prozent der Männer leiden in den USA an Migräne. Dies haben US-Forscher bei einer gross angelegten Umfrage herausgefunden. Diese Häufigkeit entspricht etwa den europäischen Zahlen. Knapp 40 Prozent der Patienten wären – aufgrund der Häufigkeit und Schwere der Attacken - für präventive Massnahmen geeignet, aber nur ein Drittel davon gebraucht diese", berichten die Fachleute der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft in den "Kopfschmerz-News". In Europa sei der Anteil dieser Patienten sogar noch geringer, etwa sechs Prozent.

Entscheidend für die Migräneprophylaxe ist der Leidensdruck des Patienten. Wenn die Patienten unter häufigen Migräneanfällen leiden, wenn die Akutbehandlung nicht die erwünschte Linderung bringt, kann eine medikamentöse Prophylaxe in Verbindung mit nicht-medikamentösen Strategien Häufigkeit, Dauer und Schwere der Anfälle reduzieren. Die dazu eingesetzten Medikamente sind keine Schmerzmittel. Migräneprophylaktika der ersten Wahl sind die Betablocker Metoprolol und Propranolol, der Kalzium-Antagonist Flunarizin und die Antikonvulsiva Valproinsäure (off-label-Gebrauch) und Topiramat.

Die medikamentöse Prophylaxe sollte mit nicht-medikamentösen Strategien kombiniert werden. Hier lautet die Empfehlung der Experten: Dreimal 30 Minuten Ausdauersport wie Joggen, Schwimmen oder Radfahren pro Woche kombiniert mit verhaltensmedizinisch-psychologische Methoden, etwa Entspannungsübungen wie der progressiven Muskelrelaxation nach Jacobsen.

http://www.dmkg.de/

Biofeedback reduziert Migräneattacken

Biofeedback kann Migräneattacken ebenso wirksam vorbeugen wie Entspannungstechniken und medikamentöse Therapien. Das belegt eine aktuelle Untersuchung. "Der erhöhte technische Aufwand lohnt sich aber nur bei Patienten, die von den anderen Verfahren nicht profitieren", kommentieren die Experten in den "Kopfschmerz-News", dem Mitgliederorgan der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG).

Das Biofeedback-Verfahren hilft Patienten dabei, unbewusste Körperfunktionen wahrzunehmen und zu beeinflussen. Das Prinzip dieses Verhaltenstrainings: Sensoren registrieren beispielsweise die Muskelspannung oder den Blutfluss in einer Arterie. Von einem Computer werden diese Signale in Bilder oder Töne "übersetzt". Ändert sich die Körperfunktion, wird dies sicht- oder hörbar. So kann der Patient lernen, diese Körperfunktionen zu beeinflussen.

Zwei Wissenschaftlerinnen vom Institut für klinische Psychologie und Psychotherapie der Marburger Philipps-Universität unterzogen die Ergebnisse von 55 Biofeedback-Studien einer erneuten Analyse. Die Daten von über 2000 Migränepatientinnen und - patienten, die im Schnitt seit über 16 Jahren an Migräne litten, gingen in diese Meta-Analyse ein. 84 Prozent der Betroffenen waren Frauen.

Weniger Migräneanfälle, weniger Angst. Das Fazit: Am deutlichsten reduzierte das Biofeedback-Training nach durchschnittlich elf Sitzungen die Häufigkeit und Dauer der Migräneanfälle, sowie Depressionen und Ängstlichkeit der Patienten. Diese Wirkung basiert vor allem auf der Wahrnehmung der Betroffenen, die trainierte Körperfunktion kontrollieren zu können. Die Kopfschmerzintensität und der Medikamentenbedarf bei einer Attacke veränderten sich hingegen weniger.

Die unterschiedlichen Methoden des Biofeedback erwiesen sich als gleichwertig, wobei das sogenannte Blutvolumenpuls-Feedback gegenüber anderen Methoden etwas überlegen schien. Bei dieser Form des Biofeedback lernen die Patienten, die Schläfenarterie durch eigene Willenskraft zu verengen bzw. zu erweitern. Manche Patienten beissen in ihrer Vorstellung in eine Zitrone, andere legen in Gedanken einen Eiswürfel auf ihre Schläfe. Patienten, die zuhause das Training weiterübten, konnten ihre Ergebnisse im Durchschnitt um 20 Prozent verbessern und diese Verbesserungen auch langfristig erhalten. Die Autorinnen der Analyse empfehlen die Biofeedback-Methode daher auch zur dauerhaften Vorbeugung von Migräneanfällen.

"Das Biofeedback-Training wirkt jedoch nicht besser als andere Verfahren zur Migräneprophylaxe. "Wegen des erhöhten technischen Aufwands ist es daher nur für jene Patienten sinnvoll, die von Entspannungstherapie und psychologischen Techniken nicht profitieren", kommentieren die DMKG-Experten.

Quelle: Nestoriuc Y, Martin A. Efficacy of biofeedback for migraine:
A meta-analysis. Pain 2007; 128:111-127 http://www.dmkg.de/

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