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Migräne
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Migräne

Migräne ist ein schubweise auftretender Kopfschmerz. Man spricht auch von Migräne-Attacken. Die Schmerzen sind meist einseitig, pochend und bohrend. Migräne ist eine häufige Schmerz-Erkrankung. In Europa leiden etwa fünf Prozent der Männer, etwa 15 Prozent der Frauen und etwa acht Prozent der Kinder an Migräne.

Die Dauer der Migräne-Attacken beträgt nach einer Definition der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft 4 – 72 Stunden. Meistens werden diese Schmerzen von Appetitlosigkeit, Übelkeit (80% der Fälle) und Erbrechen (50%) begleitet. Die Patienten sind während eines Migräneanfalls sehr lichtempfindlich (60%), lärmempfindlich (40%) oder geruchsempfindlich (10%). Viele Patienten berichten davon, dass Bewegung die Beschwerden verstärkt. So suchen sie während der Migräneattacke das Dunkle, die Stille und Ruhe auf.

Generell verläuft die Migräneattacke in mehreren Phasen:

1. Vorbotenphase: Sie wird häufig signalisiert durch Heisshungerattacken, leichter Reizbarkeit und Unwohlsein.

2. Nur bei Migräne mit Aura: „Aura". Unter Aura versteht man typische Symptome, die einer Migräneattacke um ca. 60 Minuten vorausgehen: Sehstörungen (Doppelbilder, Blitze), Schwindel, Sprachstörungen, einseitige Lähmungserscheinungen.

3. Die eigentliche Migräneattacke: In dieser Phase kommt es zu den typischen Symptomen wie stechendem, meist einseitigem Kopfschmerz, Licht- und Lärmempfindlichkeit, Übelkeit und Erbrechen. Den Patienten geht es während der Attacke meist sehr schlecht. Sie sind nicht in der Lage, einfachste Arbeiten zu erledigen.

4. Erholungsphase: Die Symptome gehen langsam wieder zurück. Der Patient erholt sich.

Die Pause zwischen den einzelnen Attacken kann bis zu einigen Wochen reichen, es gibt jedoch auch viele Patienten, die mehrere Attacken in einem Monat erleiden.

Was passiert bei einem Migräneanfall?

Kopfschmerz und Übelkeit: Die Entstehung der Migräneattacke ist bis heute nicht verstanden. Gesichert ist bisher nur, dass sie von einer akuten Weitung von Blutgefäßen der Hirnhäute und des Gehirns ausgeht. Eine verbreitete Hypothese geht davon aus, dass eine Migräneattacke, anders als bei gewöhnlichen Kopfschmerzen, durch ein akutes Ungleichgewicht des Botenstoffs Serotonin im Gehirn entsteht. Diese Hypothese wird durch die gute Wirkung der Medikamentengruppe der Serotoninrezeptor-Hemmer (Triptane) bestätigt. Auch Stickoxyde (NO) können eine Migräneattacke auslösen. Die Folge des akuten Ungleichgewichts dieser gefäßaktiven Botenstoffe ist, dass sich die Blutgefäße in der Hirnhaut und im Gehirn weiten und eine örtliche nichtinfektiöse Entzündungsreaktion (neurogene Inflammation) hervorrufen. Die Gehirnzellen schütten daraufhin Neuropeptide und Plasmaproteine ins venöse Blut aus. Hierdurch werden Nervenzellen des trigeminalen Systems stimuliert, welches sowohl die Hirnhäute als auch den Kopf sensibel versorgt (das Gehirn selbst ist nicht schmerzempfindlich). So entsteht die Empfindung von Kopfschmerz; die Pulswellen des Blutes werden als typische klopfende Schmerzen der Migräne empfunden.

Aura: Eine weitgehend anerkannte wissenschaftliche Hypothese geht davon aus, dass die Aura eine Folge einer lokalen Reizung der Gehirnzellen sei, welche sich wellenförmig ausbreitet und für kurze Zeit zu einer Reizung und anschließender Erholungsblockade (Depolarisation und Refraktärzeit) der Nervenzellen führt (Cortical Spreading Depression CSD), welche als Aura empfunden wird. Es kommt zu neurologischen Symptomen, die geprägt sind von optischen und sensiblen Wahrnehmungsstörungen, aber auch motorische Störungen sind möglich. Typische Beschwerden sind: Gefühlsstörungen, Lähmungen, Doppelbilder, Gleichgewichtsstörungen, Sprachstörungen.

Auslöser der Migräne:

Es werden verschiede Auslöser für einen Migräneanfall diskutiert. Jeder Patient hat eigene Reize, auf die er mit einer Attacke reagiert. Häufig genannt werden:

  • Störungen im Schlafrhythmus:zu viel oder zu wenig Schlaf oder generell Änderungen der Schlafgewohnheiten (z.B. längeres Ausschlafen am Wochenende).
  • Hormone: speziell weibliche Hormone, darunter fällt auch die Anwendung der Pille. Viele Frauen sind während der Periode besonders häufig von Migräneattacken betroffen. Während der Schwangerschaft wiederum gehen bei den meisten Frauen die Attacken zurück.
  • Anstrengende körperliche Tätigkeiten.
  • Umwelteinflüsse: Wetterlagenwechsel, Lärm, grelles Licht, Blitze, starke Gerüche.
  • Die Erholungsphase nach einer stressigen Tätigkeit, z.B. der Feierabend nach einem anstrengenden Arbeitstag.
  • Ernährung: Rotwein (setzt Serotonin frei), Rauchen, verschiedene Käsesorten (besonders reife Sorten).

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