Diabetes Mellitus Typ 2 Medikamente
Medikamente zum Einnehmen
Wenn die Änderung des Lebensstils keine bleibende Besserung gebracht hat, greift man beim Typ 2 Diabetiker auf Medikamente in Tablettenform zurück. Die wichtigsten sind hier aufgeführt:
- Acarbose behindert die Verdauung von zuckerhaltigen Nahrungsbestandteilen im Darm. Der Körper nimmt dann nach dem Essen weniger Zucker aus der Nahrung auf. Dadurch wird vor allem verhindert, dass der Blutzucker sehr schnell nach oben schießt. Nebenwirkungen sind häufig. Sie entstehen, weil der nicht verdaute Zucker in den Dickdarm gelangt und von den Bakterien dort zersetzt wird. Blähungen, Durchfall und Bauchschmerzen können die Folge sein.
- Metformin verstärkt die Insulinwirkung, senkt den Blutzuckerspiegel und mindert den Appetit - eine sehr günstige Wirkungsweise. Deswegen wird Metformin sehr gerne bei Patienten mit Übergewicht gegeben. Aber Patienten mit Nierenschäden, alte oder durch Krankheit geschwächte Menschen sollten Metformin nicht erhalten; sie vertragen es nicht. Nebenwirkungen können unter anderem Übelkeit und Durchfall sein.
- Sulfonylharnstoffe (z.B. Glibenclamid, Tolbutamid und Carbutamid) verstärken die Insulinausschüttung im Körper. Dadurch sinkt der Blutzucker, andererseits nimmt der Patient an Gewicht zu, denn Insulin fördert auch die Fetteinlagerung. Bei Überdosierung können Unterzuckerung oder Magen-Darm-Beschwerden auftreten.
- Glinide (Repaglinid, Nateglinid) regen die Insulin-Auschüttung im Körper an und senken so den Blutzucker.
- Glitazone (Rosiglitazon und Pioglitazon) verstärken die Insulinwirkung im Körper und senken so den Blutzucker. Jedoch fördern sie den Appetit und führen zu Gewichtszunahme. Nebenwirkungen sind Wasser in den Beinen (Ödeme), Mangel an roten Blutkörperchen und erhöhte Blutfette. Selten treten allergische oder entzündliche Nebenwirkungen an der Haut, Schleimhäuten oder inneren Organen auf. Wer ein schwaches Herz oder eine geschädigte Leber hat, sollte keine Glitazone erhalten.
Insuline
Insuline gibt es viele verschiedene. Sie wirken unterschiedlich schnell und unterschiedlich lange. Alle Insuline werden gespritzt, meistens ins Unterhautfettgewebe am Bauch. Heutzutage sind die Nadeln so klein, dass eine „Angst vor Spritzen" unbegründet ist.
Ärzte empfehlen dann eine Insulintherapie, wenn Tabletten und Abnehmen nach einigen Monaten nicht erfolgreich waren. Folgende Insulinformen gibt es:
- Schnell und kurz wirksame Insuline („Essinsulin"):
Die Wirkung beginnt nach 15 bis 30 min und hält einige Stunden an. Sie werden meist kurz vor dem Essen gespritzt (z.B.Humaninsulin, Aspart, Lispro). Sie verhindern, dass der Blutzucker nach dem Essen zu stark ansteigt.
- Langsam und lang wirksame Insuline:
Auch beim gesunden Menschen wird über den Tag verteilt immer ein bißschen Insulin ausgeschüttet.Denn um gut zu funktionieren, braucht der Körper zu jeder Zeit Insulin. Lang wirksame Insuline wirken über 12 bis 18 Stunden und decken diesen Grundbedarf des Körpers (z.B.NPH-Insulin, Glargin).
- Mischinsuline:
Dies ist eine Spritze, in der ein lang- und ein kurzwirksames Insulin schon kombiniert sind. Der Anteil des jeweiligen Insulins kann unterschiedlich sein, z.B. 30% kurzwirksames und 70% langwirksames Insulin. Mischinsuline kommen vor allem bei der konventionellen Insulintherpaie zum Einsatz (siehe unten).
Alle diese Insuline werden über den Tag je nach Therapieform verschieden kombiniert. Das Insulin wirkt je nach Tageszeit und Patient unterschiedlich stark.
Deshalb werden alle Therapieformen vom Arzt und Patienten gemeinsam angepasst:
- Die konventionelle Insulintherapie CT
Strenger Tagesablauf: Spritzen-Essen, aber leichte Handhabe
Der Patient spritzt sich jeden Tag eine festgeschriebene Menge an Insulin. Meist wird zweimal täglich zu einer festen Zeit ein Mischinsulin verwendet. Der Vorteil ist, dass der Blutzucker nicht so oft gemessen werden muss und dass der Patient nach einiger Zeit Routine hat. Das Problem bei dieser Behandlung ist aber, dass die Insulinmenge fest ist.
Zur Erinnerung: Insulin senkt den Blutzucker. Wenn der Patient also nichts isst, dann sinkt der Blutzucker zu sehr ab. Deswegen muss der Diabetiker zu festgelegten Zeiten essen, also z.B. immer um zwölf Uhr mittags und sechs Uhr abends. Wenn er das nicht tut, dann kann eine gefährliche Unterzuckerung das Ergebnis sein.Damit ist der Patient in seinen Essenszeiten und seinem Tagesablauf recht eingeschränkt. Darum wählt man diese Therapie, wenn der Patient durch häufiges Spritzen und Blutzuckermessen überfordert ist.
- Die intensivierte konventionelle Therapie ICT
Persönlicher Spielraum: Essen wann man will, aber mehr Spritzen
Diese Form der Behandlung entspricht in etwa der natürlichen Insulinausschüttung im Körper. Man nennt diese Therapie auch „Basis-Bolus-Therapie". Das bedeutet, dass der Patient täglich ein langwirksames Insulin spritzt. Das dient als Basis, damit der Patient über den Tag verteilt immer ein bisschen Insulin im Körper hat. Zu den Mahlzeiten spritzt sich der Patient ein kurzwirksames Insulin, das sofort wirkt. Der Diabetiker kann also eigentlich essen wann und wieviel er will. Er muss nur entsprechend viel Insulin spritzen, damit der Blutzuckerwert normal bleibt. Das erfordert ein häufiges Messen und Spritzen durch den Patienten. Wie dies funktioniert , lernen die Patienten in einer vorherigen Schulung.
Bei dieser Therapie ist der Patient also viel freier in der Gestaltung seines Tagesablaufs.
- Basale orale Therapie BOT: Der Patient nimmt seine Diabetes-Tabletten wie z.B. Metformin und zusätzlich spritzt er sich ein langwirksames Insulin. Diese Therapie kann man versuchen, wenn der Körper selbst noch ein bisschen Insulin herstellt.
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