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Diabetes Mellitus Typ 2
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Diabetes Mellitus Typ 2

Was ist Diabetes mellitus Typ 2?

Diabetes mellitus Typ 2 ist eine sehr häufige, chronische Stoffwechselkrankheit. Das Kernproblem ist ein zu hoher Blutzuckerspiegel. Das bedeutet, dass man zu viel Zucker im Blut hat. Deswegen nennt man den Diabetes im Volksmund auch „Zuckerkrankheit". Der Typ 2 Diabetes ist mit etwa 90% die häufigste Diabetesform. Allein in Europa leiden daran mehr als 40 Millionen Menschen. Eigentlich sind vom Typ 2 Diabetes vor allem ältere Menschen betroffen („Altersdiabetes"). In den letzten Jahren konnte aber ein bedenklicher Trend beobachtet werden: es erkranken mehr und mehr junge Personen. Sogar einige Fälle von Teenagern mit Typ 2 Diabetes sind beschrieben. Experten schätzen, dass sich die Zahl der Diabetiker in den nächsten 20 Jahren weltweit verdoppeln wird.

Um zu begreifen, was genau beim Diabetes aus dem Ruder läuft, muss man zuerst verstehen wie der Zuckerstoffwechsel funktioniert:

Der Zuckerstoffwechsel

(Trauben-) Zucker ist neben Fett und Eiweiß der wichtigste Energiestoff für den Körper. Vor allem das Gehirn ernährt sich davon, aber auch Muskel- und Fettzellen decken ihren Energiebedarf mit Zucker. Der Körper versucht daher, eine gleichbleibende Menge Zucker im Blut bereit zu halten, egal ob man gerade isst oder fastet.

Zuckerhaltige Lebensmittel wie z.B. Schokolade, Brot oder Nudeln werden im Darm verdaut und es entstehen einzelne Zuckerbausteine. Dieser Zucker wird ins Blut aufgenommen und sammelt sich dort messbar an. Der Blutzuckerspiegel, also die Menge des gelösten Zuckers im Blut, steigt. Ein zu hoher Blutzucker wird vom Körper bemerkt. Der Körper schüttet dann den Botenstoff Insulin aus. Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet, die sich im Oberbauch in der Nähe des Magens befindet. Insulin senkt den Blutzucker und ist für die Energiespeicherung im Körper verantwortlich. Hohe Insulinspiegel bewirken, dass der Zucker aus dem Blut in verschiedene Körperzellen aufgenommen und dort gespeichert wird. Der Zucker wandert also aus dem Blut in die Zellen.

Der Blutzucker sinkt dadurch wieder.

Der natürliche Stoffwechsel beim gesunden Menschen sieht also so aus:

Nahrungsaufnahme ⇒ Blutzucker ↑⇒ Insulinausschüttung ↑⇒ Blutzucker normal

Auch wenn der Blutzuckerwert ständig schwankt, ist er wenige Stunden nach dem Essen meistens wieder normal oder nur ein bisschen zu hoch.

Der in den Körperzellen gespeicherte Zucker wird in Fastenzeiten (=zwischen den Mahlzeiten) wieder ins Blut abgegeben. Das verhindert, dass der Blutzucker zu stark absinkt.

Der Typ 2 Diabetes ist eine typische Wohlstandskrankheit. Zu große und zu häufige Mahlzeiten führen dazu, dass sich sehr viel Zucker im Blut ansammelt und der Blutzuckerspiegel ansteigt. Dadurch ist der Körper permanent gefordert: er muss ständig Insulin ausschütten, um den ganzen Zucker aus dem Blut zu entfernen und im Körper zu speichern. Dies kann über viele Jahre gut gehen, aber meistens lässt die Wirkung des Insulins irgendwann nach. Der Zucker wird dann nicht mehr so gut gespeichert wie früher. Der Körper reagiert darauf und schüttet noch mehr Insulin aus. Der Arzt nennt diesen Vorgang „Insulinresistenz". Nach einiger Zeit ist die Bauchspeicheldrüse dann nicht mehr in der Lage, die andauernd großen Mengen Insulin zu bilden. Als Folge hat der Körper weniger Insulin als er eigentlich bräuchte. Deshalb kann der Zucker nicht mehr aus dem Blut in die Zellen geschafft werden. Es ist also ständig zu viel Zucker im Blut, der Blutzuckerspiegel ist die ganze Zeit hoch. Der Zucker wird teilweise über die Nieren ausgeschieden und süßt dadurch den Urin.

So entstand auch der Name der Erkrankung: Diabetes mellitus bedeutet übersetzt „honigsüßer Durchfluss".

Wie entsteht DM Typ 2?

Der Typ 2 Diabetes ist eine Erkrankung der Wohlstandsgesellschaft. Die wichtigste Krankheitsursache ist ein ungesunder Lebensstil. Zu häufiges und zu üppiges Essen, Übergewicht und wenig Bewegung sind die bedeutenden Auslöser der Erkrankung. Vor allem üppige Fettpolster um die Hüften sind für die Entwicklung eines Diabetes mellitus Typ 2 verhängnisvoll. Die dort sitzenden Fettzellen bilden Botenstoffe, die die Wirkung des Insulins abschwächen. Tatsächlich sind auch über 80% der Typ 2 Diabetiker übergewichtig. Häufig geht der Diabetes dann mit Bluthochdruck und erhöhten Blutfettwerten einher. Diese Symptome werden insgesamt als „metabolisches Syndrom" oder „Wohlstandssyndrom" bezeichnet.

Ein weiterer Risikofaktor ist das Alter. Mit zunehmenden Jahren sinkt die Insulinproduktion und damit steigt das Risiko, einen Typ 2 Diabetes zu bekommen.

Dennoch erhalten zunehmend auch Teenager und junge Erwachsene die Diagnose „Altersdiabetes". Gründe hierfür sind wahrscheinlich:

  • vorwiegend sitzende Tätigkeiten und Hobbies (Computer, TV)
  • kalorienreiche Snacks (z.B. Schokoriegel)
  • nachlassende Sportbegeisterung bei Jugendlichen

Darüber hinaus haben manche Menschen eine angeborene Veranlagung zu Diabetes: Sind Vater oder Mutter betroffen, steigt das Risiko für das Kind auf 50%, ebenfalls zu erkranken. Bei einiigen Zwillingen liegt die Wahrscheinlichkeit sogar bei 100%.

Wie verläuft DM Typ 2?

Die Tücke des Diabetes Typ 2 besteht darin, dass Schäden entstehen, die viele Jahre symptomlos bleiben. Frühsymptome wie Müdigkeit, gedrückte Stimmung, häufiges Wasserlassen und Gewichtszunahme treten selten auf. Aus diesem Grund werden die meisten Diagnosen eher zufällig bei einer Routineuntersuchung gestellt. Wenn den Patienten Beschwerden zum Arzt führen, die er wegen dem Diabetes hat, sind oft schon Schäden entstanden, die bestehen bleiben.

Zu den typischen Langzeitfolgen gehören:

  • Blutgefäße

Der Diabetes zieht sowohl die großen als auch die kleinen Gefäße in Mitleidenschaft. In den großen Gefäßen wird Kalk in die Gefäßwände eingelagert. Dadurch werden die Gefäße eng und instabil (Arteriosklerose). Herzinfarkte, Schlaganfälle und Verschlüsse der Beinarterien sind die gefürchteten Folgen. Schäden der kleinen Gefäße machen sich an Nerven, Niere und am Auge bemerkbar.

  • Nerven

Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte schädigen besonders die kleinen Nerven. Dies führt zu Gefühlsstörungen in den Beinen. Typisch ist ein strumpfförmiges Brennen und Kribbeln auf beiden Seiten. Ausserdem kann die Kontrolle der inneren Organe gestört sein. Patienten klagen über Verstopfung, Durchfall, Erschwernis beim Wasserlassen und Potenzprobleme.

  • Niere

Die Schädigung der Nieren spielt sich vorrangig an deren „Filteranlagen" ab. Sie verkalken und verlieren langfristig ihre Funktion. Bluthochdruck und dauerhaftes Nierenversagen mit Notwendigkeit der Blutwäsche (Dialyse) können das Ergebnis sein. In Europa sind bis zu 50% aller Dialysepatienten Diabetiker!

  • Auge

An der Netzhaut des Auges entstehen kleinste Gefäßaussackungen und Gefäßverletzungen, die langfristig zu Sehstörungen oder sogar zu Erblindung führen können. Etwa 30% der Erblindungen in Europa sind auf Diabetes zurückzuführen.

  • Diabetischer Fuß

Die gestörte Funktion der Nerven führt zu einer ungünstigen Belastung des Fußes beim Gehen. Es bilden sich Druckstellen, die aufbrechen oder sich infizieren können. Außerdem lässt das Schmerzempfinden nach: Verletzungen, z.b. ein Tritt in einen Nagel, werden nicht mehr bemerkt. Hinzu kommt, dass bei Diabetikern Wunden häufig sehr schlecht heilen und sich auch Infektionen lange hinziehen. Zusammen mit einer schlechten Durchblutung macht dies die Füße zu einem der wunden Punkte des Diabetikers. Druckgeschwüre aufgrund von zu engen Schuhen können im schlimmsten Fall mit einer Amputation des Fußes enden! Eine Wunde an einem Diabetikerfuß ist also immer sehr ernst zu nehmen.

Wie wird DM Typ 2 behandelt?

Bei der Therapie gibt es zwei wichtige Gebote:

  1. Rechtzeitige Erkennung der Krankheit: je früher die Diagnose, desto erfolgreicher ist die Behandlung!
  2. Konsequente Bekämpfung des hohen Blutzuckers von Anfang an.

Grund: Einmal entstandene Spätschäden sind nur sehr schlecht zu behandeln.
Darum beginnt die Therapie schon, bevor diese Schäden eintreten.

Unter dem Menüpunkt „Therapien" erfahren Sie mehr über die verschiedenen Behandlungsansätze.

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